Burg

Die Lage von Burg - eingebettet zwischen Pinka und Tauchen - war sicherlich Grund für die frühe Besiedelung und die Entstehung der alten Wehranlage. Dieser Umstand führte aber auch zu häufigen Hochwasserkatastrophen (die größten Überschwemmungen gab es 1929, 1961 und 1965). Burg-Luft

Alte Funde

Stein01

4000 vor Christus

Tongefäßbruchstücke und Tonlöffel, Jungsteinzeit (Lengyelkultur) gefunden 1935 beim Friedhof, KG Burg

Stein03

3500 vor Christus

Tongefäßbruchstücke, Kupferzeit (Badener und Vucedol-Kultur) gefunden 1971 in der Ried Hochäcker, KG Burg

Stein05

800 vor Christus

Tongefäßbruchstücke, späte Bronzezeit (Urnenfelderkultur); gefunden 1952 am Kirchberg, KG

Stein06

700 vor Christus

Tongefäßbruchstücke, Spinnwirtel und Eisenschlacke, ältere Eisenzeit (Hallstattkultur); gefunden 1952 am Kirchberg und 1982 im Maiwald, KG Burg

 

Stein07

700 vor Christus

Vorratstopf, ältere Eisenzeit (Hallstattkultur); gefunden 1935 beim Friedhof, KG Burg

 

Stein09

Römischer Grablöwe

gefunden in Burg, eingemauert in der röm. kath. Pfarrkirche Hannersdorf

 

Stein11

1. - 4. Jahrhundert nach Christus

Scherben von römischem Gebrauchsgeschirr und von Terra Sigilatta; gefunden 1985 - 1990 in der Ried Edlhof, KG Burg

Ortsteil mit historischer Bedeutung

Die Regulierung der Pinka und des Tauchenbaches 1949 waren die Folge. Endgültig wurde der Ort aber erst durch die Regulierungs- und Hochwasserschutzbauten in den Jahren 1964 -1969 geschützt. In diesem Zuge entstand auch der Badesee Burg, der 1972 eröffnet wurde. 1984 wurde er erweitert, 1993 saniert und neu gestaltet. 1992 wurden 2 Tennisplätze geschaffen, die neben anderen Spiel- und Sportmöglichkeiten der Freizeitgestaltung und dem Tourismus dienen.

Das ehemalige Gemeindehaus wurde ab 1958 von der Tiefkühlgemeinschaft genutzt. Nach dem Umbau des Gebäudes 1989 -1993 bietet es Räumlichkeiten für eine dauernde Ausstellung über Funde und Geschichte des Ortes und dient der Bevölkerung als Kommunikationsmöglichkeit.

1964 wurde das leerstehende Haus Nr. 74 für die Errichtung eines Gemeinde- und Feuerwehrhauses angekauft und 1967 seiner Bestimmung übergeben. Nach einer Umgestaltung 1993 dient es heute der Feuerwehr als Gerätehaus und Versammlungssaal, weiters ist ein Weinlabor untergebracht. Dieses dient der Qualitätssteigerung im Weinbau, der für die Bevölkerung keine unbedeutende Rolle spielt. Um den Bauern die Arbeit zu erleichtern, erfolgte 1994/95 die Kommassierung. Dabei wurden weitgehend auch ökologische Standpunkte mit dem Anlegen von Windschutzgürteln und Feuchtbiotopen berücksichtigt. Die Ortsbevölkerung ist größtenteils unselbständig erwerbstätig.

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung [zurück]

des Ortes wurde 1244 in einer Schenkungsurkunde des ungarischen Königs Bela IV. gefunden. Die Geschichte des Dorfes ist eng mit der der Burg verknüpft.

UrkundeWann diese erbaut wurde, ist nicht bekannt. Jedoch lässt der in der Urkunde erwähnte Name „Ovar“ (alte Burg) auf ein sehr hohes Alter der Anlage schließen. Wahrscheinlich war schon in der Spätbronzezeit (ca. 1000 v.Chr.) ein Holz-Erd-Wall errichtet worden. Weiters nimmt man an, dass dort bereits zur Römerzeit ein Turm gestanden hatte. Im 10.-11. Jahrhundert wurde eine weitere Holz-Erde-Mauer als Umwallung errichtet, innerhalb dieser sich bereits eine ansehnliche Siedlung befand. Aus dort gefundenen Gefäßresten zu schließen, wurde die Hoch- und Rückzugsburg erst im Mittelalter gebaut. 1244 erhielten die Grafen von Chem, die sich später „Ovari“ nannten, Burg als Schenkung.

Sie sicherten ihrem Herrschaftsgebiet eine verhältnismäßig ruhige Entwicklung während der nächsten beiden Jahrhunderte. Mitte des 15. Jhdts. wurde der Besitz dem Burgherrn von Schlaining, Andreas Baumkirchner, übertragen. Dieser dürfte den Besitz vernachlässigt haben, denn 1489 ist von einer zerstörten Burg „Ovar“ zu lesen. Im Jahr 1544 wurden die Grafen Batthyány alleinige Herren der Burg. Der deutsche Name „Burgh“ taucht erst im 16. Jhdt. auf.

Heute zeugen nur mehr einige Grundmauerreste und die künstlichen Geländeformen von der Großzügigkeit und militärischen Stärke der Wehranlagen - ein bedeutendes Beispiel mittelalterlicher Befestigungskunst und eine der größten Erdburganlagen Österreichs.

1930 wurde in Burg der elektrische Strom eingeführt. Die Versorgung erfolgte von der Serenyi Mühle aus. Allmählich wurde die Kapazität zu klein, sodass 1950 der Anschluss an das Versorgungsnetz der STEWEAG erfolgte. Das Kriegerdenkmal wurde 1935 errichtet.

Die erste Kanalisation erfolgte 1952 teilweise noch mit Robotarbeit. 1974 und 1975 wurde der gesamte Ort neu kanalisiert. Der Bau der Wasserleitung begann 1958. Heute wird von Burg aus die ganze Gemeinde mit Wasser versorgt.

 

Die Römerzeit [zurück]

ist mit zahlreichen Funden vertreten. Im Jahre 1885 fand man in einem Bauernhaus beim Ausheben einer Kalkgrube zwei mit Reliefs versehene Steinplatten als Reste ehemaliger Grabmale.

Stein09Auf der Vorderseite der ersten Platte ist in der Mitte oben ein nackter Mann abgebildet, der sich auf einen bekränzten Stab stützt, mit einem vom Rücken herabhängenden Mantel, einer Mütze über dem lockigen Haar, in der Linken ein Schwert, mit der Rechten die Zügel eines hinter ihm stehenden Pferdes haltend. Die zweite Platte zeigt dieselben Gestalten, aber spiegelbildartig verkehrt.

Weiters wurden im Jahre 1893 zwei römische Steinsarkophage gefunden. Der eine, ein sehr großer Marmorsarkophag  mit Deckel, am westlichen Ortsrand von Burg zwischen der Straße Burg-Hannersdorf und der Tauchen auf den Frossäckern.

 

Darinnen waren vier Bestattungen, als Beigaben Bronzeschnallen, eine Beilpicke und ein Ring. Der zweite Sarkophag lag links von der Straße, wies 2 Tongefäße auf und war zur Hälfte mit Asche gefüllt.

 

Von hier stammt auch der in die Mauer der röm. kath. Pfarrkirche von Hannersdorf eingebaute Löwe, der als Teil eines römischen Grabdenkmales anzusprechen ist.

 

Geschichte und Entwicklung von Burg [zurück]

Ein historischer Rückblick - dokumentiert anhand von Bildern über Funde in und um Burg

Alte Funde beweisen und belegen, dass um das heutige Burg bereits seit früher Zeit ein historisches Siedlungsgebiet gewesen war. Über diese wechselvolle Vergangenheit liefern viele Ausgrabungen wertvolle Erkenntnisse. Siehe alte Funde links.